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Winterschnitt: Eine grundlegende Aufgabe, die die Zukunft des Weinstocks prägt

Mit dem Einbruch des Winters und der Winterruhe der Rebe beginnt in unseren Weinbergen einer der heikelsten und wichtigsten Momente des Wachstumsjahres: der Winterschnitt.Eine stille Aufgabe, ausgeführt zwischen kahlen Reihen und an kalten Tagen, die jedoch den Grundstein für die Qualität der zukünftigen Ernte legt.Viele Faktoren beeinflussen den Charakter und die Eleganz eines Weins – vom Terroir über das Klima und den Jahrgang bis hin zur Ausrichtung –, doch der Schnitt stellt den ersten wahren Balanceakt zwischen Pflanze und Mensch, zwischen Ertrag und Qualität dar.

Wann und warum im Winter schneiden?
Der Winterschnitt erfolgt während der Winterruhe der Rebe, in der Regel zwischen Laubfall und dem Beginn des Frühjahrsaustriebs. In dieser Phase hat die Pflanze ihre Reserven angelegt und kann den Schnitt stressfrei überstehen, wodurch sie sich optimal auf das Wiederaufleben des Wachstums vorbereitet.
Schneiden bedeutet Wählen: entscheiden, wie viele Triebe stehen bleiben, wohin die Energie der Pflanze gelenkt und wie der zukünftige Ertrag verteilt wird. Jeder Schnitt ist eine Entscheidung, die Folgendes beeinflusst:

  • die Wuchskraft der Rebe
  • die Menge der produzierten Trauben
  • die Qualität und Konzentration der Trauben
  • die Langlebigkeit des Weinbergs

Die Guyot-Methode in unseren Weinbergen

In unseren Weinbergen wenden wir die Guyot-Erziehungsmethode an, eine traditionelle Erziehungsform aus den Regionen Langhe und Roero, die besonders gut zu unseren Rebsorten und den Eigenschaften des Terroirs passt.
Guyot ermöglicht es uns, die Produktion zu steuern, indem wir die Anzahl der Knospen begrenzen und so eine bessere Konzentration und Qualität der Trauben gewährleisten. Gleichzeitig ermöglicht es die optimale Ausrichtung der Triebe, was eine gute Sonneneinstrahlung und ein ausgewogenes Laubwandmanagement während der Vegetationsperiode fördert.
Wie der Winterschnitt technisch funktioniert
Der Winterschnitt ist ein Trockenschnitt, der durchgeführt wird, wenn sich die Rebe in der Ruhephase befindet. Ziel ist es, die Struktur der Pflanze korrekt zu etablieren, die Produktion zu regulieren und ihre Gesundheit langfristig zu erhalten.

In unseren Weinbergen wenden wir eine Schnittmethode an, bei der zwei Haupttriebe ausgewählt werden: die Fruchtlaube und die Erneuerungslaube (oder der Zapfen).

1) Entfernen der Fruchtlaube des Vorjahres und Auswahl der Triebe
Zuerst wird der Trieb entfernt, der im vergangenen Jahr Trauben getragen hat. Dies schafft Platz für neue Triebe und fördert die vegetative Erneuerung. Anschließend wird ein kräftiger Trieb nahe der Spitze der Pflanze ausgewählt, um das Längenwachstum des Holzes zu begrenzen und eine geordnete Struktur zu erhalten; dies ist die Fruchtlaube.

Die Fruchtlaube
Die Fruchtlaube ist der Trieb, der die diesjährige Ernte hervorbringt.
Sie behält eine variable Anzahl von Knospen, in der Regel 8–10, abhängig von der Rebsorte, der Wuchskraft der Pflanze und den Bedingungen des Weinbergs. Im Frühjahr wird die Fruchtlaube dann gebogen und waagerecht an einem Stützdraht befestigt, um ein gleichmäßiges Austreiben über die gesamte Länge zu fördern.

2) Der Erneuerungstrieb (oder -kegel)
Neben der Fruchtlaube wird ein Erneuerungstrieb belassen, der auf zwei Knospen zurückgeschnitten wird.

Dieser Trieb trägt nicht sofort Früchte, sondern dient als Reserve für das Folgejahr: Aus ihm wird die neue Fruchtlaube ausgewählt, um eine kontinuierliche Produktion und einen optimalen Holzumsatz zu gewährleisten.

3) Der richtige Schnitt
Der Schnitt erfolgt sauber und schräg, etwa 1–2 cm über der letzten Knospe, um den Wasserabfluss zu verbessern und das Infektionsrisiko zu verringern. Dabei wird besonders darauf geachtet, den Saftfluss der Pflanze nicht zu beeinträchtigen und zu große oder unsaubere Schnitte zu vermeiden, die die Vitalität der Rebe gefährden könnten.

Eine Arbeit der Balance und des Wissens
Jede Rebe wird individuell betrachtet, wobei Alter, Wuchskraft, Lage im Weinberg und die Leistung des Vorjahres berücksichtigt werden.
Ziel ist es, ein stetiges Gleichgewicht zu wahren und eine Überproduktion zu vermeiden, die die Qualität der Trauben beeinträchtigen würde. Gleichzeitig soll die Kontinuität und Gesundheit der Rebe langfristig sichergestellt werden.
Im Weinberg ist die Erfahrung des Rebschneiders von grundlegender Bedeutung: Die Pflanze zu lesen, ihr Wachstum zu interpretieren und sie Jahr für Jahr zu begleiten, ist eine Kunst, die Tradition, handwerkliches Geschick und agronomisches Wissen vereint.

Die Rebe für Licht und Luft vorbereiten
Ein fachgerechter Winterschnitt ermöglicht zudem eine optimale Laubwandentwicklung während der Vegetationsperiode.
Eine ausgewogene Struktur fördert:

  • eine gute Sonneneinstrahlung auf die Blätter
  • eine optimale Belüftung der Trauben
  • eine effektivere Reifesteuerung
    All diese Elemente tragen dazu bei, gesunde, qualitativ hochwertige Trauben zu erhalten, die das Terroir von Langhe und Roero optimal zum Ausdruck bringen.

Der Winterschnitt ist das Ergebnis jahrhundertelanger Beobachtung und Praxis, die im Laufe der Zeit verfeinert und heute durch wissenschaftliche Studien untermauert wird. Er markiert den Punkt, an dem weinbauliche Tradition auf Zukunftsvisionen für den Wein trifft, denn gerade im Winter werden die Grundlagen für den kommenden Jahrgang gelegt.
In unseren Weinbergen in Neive wird diese Arbeit mit Respekt und Sorgfalt ausgeführt, im Bewusstsein, dass diese einfachen, aber grundlegenden Handgriffe die Identität unserer Weine prägen.

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